Der 3. Regensburger Innovationskongress zeigte, dass Wettbewerbsfähigkeit dort entsteht, wo Unternehmen Veränderungen aktiv gestalten, ihre Daten intelligent nutzen und mutig neue Wege ausprobieren.
Wie gelingt es Unternehmen, technologische Beschleunigung und zunehmenden Wettbewerbsdruck zu meistern? Und welche Rolle spielen Innovationsfähigkeit, Daten und Führung für erfolgreiche Transformationsprozesse? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des 3. Regensburger Innovationskongresses in der IHK in Regensburg. Rund 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und regionalen Institutionen tauschten sich über den wirtschaftlichen Wandel und geeignete Strategien aus.
„Wer wettbewerbsfähig bleiben will, muss bereit sein, sich kontinuierlich anzupassen,“ betonte Dr. Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim. Dazu gehöre, dass Unternehmen bestehende Geschäftsmodelle kritisch hinterfragen, aktiv neue Technologien nutzen und innovative Wege zulassen. „Der Innovationskongress soll dabei eine Plattform bieten, um Netzwerke zu erweitern, Impulse zu setzen und unser regionales Innovationsökosystem weiter zu stärken“, so Helmes.
Wie wichtig Netzwerke und Synergien vor Ort sind, bestätigte auch Alexander Rupprecht, Geschäftsführer der TechBase Regensburg GmbH: „Gerade in Zeiten großer Umbrüche entscheidet nicht die Größe eines Standorts über seinen Erfolg, sondern die Zusammenarbeit aller Akteure. Unsere Region bringt mit einem starken Mittelstand, exzellenten Hochschulen, breit gefächerten Clustern und Institutionen sowie innovativen Start-ups die besten Voraussetzungen dafür mit.“ Organisiert wurde der Kongress wie auch in den letzten Jahren von der IHK und dem Cluster Mobility & Logistics der TechBase Regensburg, unterstützt durch das Netzwerk transform.r.
Zukunft und Kommunikation im Blick
Den Auftakt des Events setzte Zukunftsforscherin Prof. Dr. Laura Bechthold vom Bayerischen Foresight-Institut der Technischen Hochschule Ingolstadt. Die Bedeutung von Zukunftskompetenz nehme mit Blick auf die aktuellen Veränderungen in Wirtschaft, Technologie und Gesellschaft stetig zu. Neben Strategieentwicklung, Innovationsfähigkeit, der Entwicklung moderner Geschäftsmodelle und Transformationsmanagement stünden Unternehmen vor der Herausforderung, Technologiefolgen abzuschätzen sowie gesellschaftliche und ethische Verantwortung zu übernehmen. Bechthold räumte mit dem „Mythos der Zwangsläufigkeit" auf: Es gebe nicht die eine Zukunft, sondern viele mögliche. Zukunft sei dabei kein Selbstläufer, sondern Gestaltungsaufgabe.
Zu den aus ihrer Sicht zentralen Zukunftstrends zählten die KI-getriebene Digitalisierung, die zunehmende Automatisierung von Arbeitsprozessen – mit einem Potenzial von 27 bis 30 Prozent automatisierbarer Arbeitsstunden bis 2030 – sowie die Bewältigung des demografischen Wandels und das Thema Longevity. Bis 2036 würden in Deutschland rund 12,9 Millionen Erwerbstätige in den Ruhestand eintreten, zugleich werde der Anteil der über 65-Jährigen auf 45 Prozent der Bevölkerung anwachsen.
Essenziell bei Veränderungsprozessen sei auch die Kommunikation, betonte Journalist und Digitalexperte Holger Schellkopf in der zweiten Keynote des Kongresses. Transformation gelinge nicht allein durch Technologie und Theorie – entscheidend sei vielmehr, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitzunehmen, Orientierung zu schaffen und Veränderungen nachvollziehbar zu gestalten.
Kreativität, Daten und Führung entscheidend
In verschiedenen Fachforen erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Praxis regionaler Unternehmen. Im Forum „Kreativität trifft Effizienz“ präsentierten Stefan Eckstein von Eckstein Design und Partner sowie Helge Flöge von der GLAPOR Werk Mitterteich GmbH neue Ansätze in der Produkt- und Prozessentwicklung. Im Mittelpunkt standen dabei die Gestaltung von Produkten und Prozessen mit Blick auf digitale und nachhaltige Anforderungen sowie der smarte Umgang mit kurzen Innovationszyklen.
Im Forum „Zukunft lesen können – Innovation durch Daten“ beleuchteten Prof. Dr. Simon Preis von der OTH Amberg-Weiden, Susanne Dierl von ibi research sowie Roland Götz von der Reinhausen GmbH, wie Firmen mit dem richtigen Datenmanagement neue Geschäftsmodelle entwickeln und Entscheidungen faktenbasiert treffen können. Die deutsche Industrie verfüge beispielsweise über einen großen Datenschatz, der für den gewinnbringenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz konsequent gehoben werden müsse.
Unter dem Titel „Veränderung aktiv führen“ widmeten sich Prof. Dr. Julia Hartmann von der OTH Regensburg, Fabian Schünke von der Herding GmbH Filtertechnik und Max Holler von der Gebrüder Dorfner GmbH der Frage, wie Transformation in Betrieben gelingt und welche Rolle Führung, Unternehmenskultur und Kommunikation dabei spielen. Mut zu neuem Denken und der konstruktive Umgang mit Fehlern müsse auf allen Ebenen gefördert werden, um künftig innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben, so der Konsens.
Ansprechpartner:
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