Interview zur Tragwerksplanung TechBase

Dipl. Ing. Oliver Schwenke berichtet von den Herausforderungen eines Projekts dieser Größe

20.05.2015 - Mit dem Spatenstich im Dezember 2013 fiel der Startschuss zum Bau des neuen Technologiezentrums "TechBase" an der Galgenbergstraße. In unmittelbarer Nähe zu Universität und Hochschule entsteht auf einem rund 8.000 Quadratmeter großen Grundstück ein Zentrum für technologieorientierte Gründer und Unternehmen, das 2016 eröffnen wird.

An der Umsetzung eines Projekts dieser Größenordnung sind zahlreiche Unternehmen und Teams beteiligt, die ihren Teil zu einem möglichst reibungslosen Bauablauf beitragen. Von Beginn an mit an Bord waren Oliver Schwenke und seine Kollegen. Die Ingenieure von Dr. Kreutz+Partner wurden über ein öffentliches Ausschreibungsverfahren für die Tragwerksplanung, umgangssprachlich "Statik", ausgewählt. Sie stellen durch Planung und Berechnung die Standsicherheit des Gebäudes sicher.
In einem Interview hat uns Oliver Schwenke vom Bauprojekt "TechBase" und den Herausforderungen erzählt.

Herr Schwenke, was genau muss man sich unter dem Begriff Tragwerksplanung vorstellen?
Bei der Tragwerksplanung geht es um mehr, als man umgangssprachlich mit der "Statik" beschreibt. Die Tragwerksplaner sitzen bereits in der Vorplanungs- und Entwurfsphase mit am Tisch. Schwierige Baugrundverhältnisse oder auch der Wunsch des Bauherrn nach maximaler Grundrissflexibilität erfordern eine anspruchsvolle Tragwerksplanung. Es geht darum, die ausgearbeitete Konstruktion "baubar zu machen" und dabei immer auch den Kostenrahmen im Auge zu behalten.

Welche Herausforderungen galt es im Laufe der Zeit zu bewältigen?
Ein Vorhaben dieser Größenordnung in der vorgegebenen Zeit umzusetzen war sicherlich die größte Herausforderung. Das war aber zugleich auch das Reizvolle für uns an diesem Projekt. Außerdem war uns natürlich auch die Bedeutung klar. Die TechBase auf dem TechCampus Regensburg ist ja ein Aushängeschild für den Wirtschaftsstandort. Eine weitere Herausforderung stellte sich im Laufe der ersten Wochen heraus. Der weiche Baugrund machte eine besondere Gründung (Fundamentierung) notwendig, um die Standsicherheit des Gebäudes sicherzustellen und Setzungen zu verhindern. So wurden im Winter 2013/2014 400 Pfähle in den Boden gerammt, um die schlecht tragfähige Bodenschicht zu überbrücken.

Der TechBase liegt die so genannte "Skelettbauweise" zugrunde. Was bedeutet das?
Der Stahlbeton-Skelettbau macht es möglich, technisch anspruchsvolle Bauwerke besonders kostengünstig und zügig zu realisieren. Zu den weiteren Vorteilen dieser Bauweise gehört es auch, dass der Ausbaugrundriss relativ flexibel gestaltet werden kann und der Bauherr ohne großen Aufwand auch später noch die Raumaufteilung ändern bzw. anpassen kann.

Die Hauptniederlassung von Dr. Kreutz+Partner ist in Nürnberg, Sie als Projektleiter waren in der Zeit von März bis Oktober 2014 mindestens einmal pro Woche auf der Baustelle in Regensburg. Was waren Ihre Hauptaufgaben?
In der Konzeptionsphase entsteht in Zusammenarbeit mit den Architekten und anderen Fachplanungen zunächst das Tragwerkskonzept, das bedeutet langes Arbeiten am Schreibtisch im Büro. In der Hochphase waren anschließend bis zu drei Ingenieure und vier bis fünf Konstrukteure gleichzeitig am Projekt beteiligt. Da geht es vor allem um Terminkoordinierungen, Absprachen und Planung von zeitlichen Abläufen. Als Projektleiter muss ich auch immer den aktuellen Stand auf der Baustelle kennen, muss wissen, wo es gerade kritisch ist, halte direkten Kontakt zu den Arbeitern. Dazu stehe ich auch immer in engem Austausch mit dem Bauherren, in diesem Fall der R-Tech GmbH.

Ihre Hauptaufgabe als Tragwerksplaner ist mittlerweile abgeschlossen, sind Sie noch in das Projekt involviert?
Wir stehen natürlich auch weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung und halten uns über den aktuellen Baufortschritt stets auf dem Laufenden. Die TechBase ist für uns ein Leuchtturmprojekt in Regensburg. Es ist ein imposantes Gebäude und ich freue mich schon auf die Eröffnung 2016.