05Mai2017 P

Künstlerwechsel bei der Ausstellungsreihe "Kunst in der TechBase"

Ab 16. Mai stellt Jürgen Huber einige seiner Werke aus

Jürgen Huber, Bürgermeister in Regensburg und professioneller Maler, stellt ab Mitte Mai seine Bilder in der TechBase aus

Die TechBase Regensburg bietet nicht nur Gründern und Unternehmen aus den unterschiedlichsten Technologiebranchen Raum zur Entwicklung. Das Gründer- und Innovationszentrum versteht sich auch als Ort der Begegnung und Vernetzung über die Grenzen von Wirtschaft und Wissenschaft hinaus. In regelmäßigen Abständen haben Künstler aus der Region die Möglichkeit, in der TechBase ihre Werke zu präsentieren.

Am 16. Mai startet eine Ausstellung mit Bildern von Jürgen Huber aus seinem Zyklus "Rettungsversuche". Bis zu seinem Amt als Bürgermeister in Regensburg hatte sich der gebürtige Oberpfälzer seit 1986 professionell der Malerei gewidmet. Jürgen Huber, der nach eigener Aussage schon immer ein politischer Mensch gewesen ist, engagierte sich auch bereits als Künstler "im politischen Raum".

Anmeldung:
Wenn Sie gerne an der Vernissage am 16. Mai um 18 Uhr in der TechBase teilnehmen möchten, melden Sie sich per E-Mail an bei: tanja.braun@techbase.de

 

Wir haben mit dem Künstler Jürgen Huber vorab in einem Interview gesprochen:

Wann haben Sie das Malen angefangen?
Das Malen angefangen habe ich, wie vielleicht viele, als kleines Kind. Kinderbilder, Eltern wissen das, können sehr reizvoll und gelegentlich innovativ sein. Fast immer sind sie unkonventionell. Beruflich habe ich mich ab etwa 1986, als ich ein halbes Jahr in London arbeitete, der Malerei professionell gewidmet.

Was kam zuerst: Ihr künstlerisches Dasein oder das politische Engagement?
Da ich immer schon ein politischer Mensch war, gab es auch in der Zeit als Künstler schon Engagement im politischen Raum oder eben mit sog. "politischer Kunst". Unsere Künstlergruppe "Warum:Vögel:Fliegen" hat viele Diskussionen "Zur Politik der Kunst" mit prominenten Referenten veranstaltet.

Wann finden Sie noch Zeit, zu malen?
Als BM finde ich gar keine Zeit zum Malen. Leider!

Wer ist / war ihr künstlerisches Vorbild?
Nach einer Phase des autodidaktischen Lernens, in der es Vorbilder wie Picasso, Ensor, Asger Jorn oder auch den aus dem Vorwald stammenden Heimrad Prem gab, schwimmt man sich irgendwann frei und macht sich selber ein Vor-Bild.

Was möchten Sie mit Ihren Bildern "zum Ausdruck bringen"?
Ich male nicht um etwaige Botschaften statt als Text oder Sprache als Bild zu vermitteln. Daher sind meine Bilder weniger "Ausdruck" meiner Ideen oder meine Botschaften, sondern Anlass, den Intellekt und das Gefühl der Betrachter zu erreichen und im besten Fall dort ein Neuronenfeuerwerk im Kopf zu initiieren. Das Kunst-Werk entsteht im Auge des Betrachters.

Wie lässt sich die Richtung Ihrer Bilder am besten beschreiben?
Meine Bilder sind mehr oder weniger gegenständlich, also man erkennt (wiedererkennt) etwas. Ich liebe die farbige Welt, wie sie ursprünglich zum Beispiel ja auch bei den antiken griechischen Tempeln und Statuen zu finden war. Näherung an die Bilder mit eigenem Witz und Tiefgang der Rezeption kann nie schaden.

Können Sie beschreiben, was gute Kunst für Sie ist?
Wolfgang Grimm, einer meiner besten Künstlerfreunde sagte immer: Es gibt nur Kunst keine - gute oder schlechte Kunst - denn ist sie schlecht, ist sie gar keine Kunst.

Was sagen Sie zu der Idee, Ausstellungen mit örtlichen Künstlern aus Regensburg in der TechBase durchzuführen, um Technik und Kunst zu verbinden?
Dass die TechBase neben ihrem vielfältigen Angeboten an die Mieter und Gründer auch niederschwelligen Zugang zur Kunst ermöglicht, finde ich außerordentlich wichtig und gut. Warum? Weil man in der Kunstrezeption noch mal anders um die Ecke denken lernt und Spaß dabei entwickeln kann. Außerdem ist Kunst schön und Schönheit ein Teil unserer hohen Lebensqualität.

Wie sehen Sie die Stadt und Ihre Aktivitäten in Sachen Künstlerförderung?
Wenn Sie mich nach Künstlerförderung fragen kann ich ja jetzt als Umweltbürgermeister nicht mehr so richtig als Lobbyist der Kunstszene sprechen, aber ich kann mir schon vorstellen, dass z.B. die Schnittstellen von Kunst zur Kulturwirtschaft (Degginger) sich noch weiterentwickeln werden. Die reine Kunstförderung in Regensburg kann sich auch weiterentwickeln, keine Frage. Regensburg will ja auf keinem der politischen Handlungsfelder Stillstand haben. Wie in der TechBase die Gründer, müssen in der Kunst die Künstler selber viel Kraft und Ideen entwickeln und durchsetzen, denn von Förderung allein kann keiner "überleben".

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