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Bundestag im Gründerzentrum

Konstruktiver Austausch zwischen Gründern und Bundestagsabgeordneten in der TechBase.

Regensburg, 26.10.2018 - Hoher Besuch in der TechBase: Am vergangenen Mittwoch besuchten die drei Regensburger Abgeordneten im Bundestag, Peter Aumer, Ulrich Lechte und Stefan Schmidt das Innovationszentrum am Galgenberg, um mit den ansässigen Gründern und Start-ups über die hiesige Gründerszene zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rahmenbedingungen die Start-ups benötigen und wie die Politik sie hier noch unterstützen kann. Auch die Regensburger Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Mitglieder des Stadtrats, Vertreter der Hochschulen, der IHK und Investoren beteiligten sich an der Diskussion.

Quintessenz des Abends war, dass das Ökosystem in Regensburg bereits hervorragend funktioniere, dass aber gerade in der Startphase fehlendes Kapital eine Hürde sein kann und hier öffentliche Unterstützung sinnvoll und hilfreich ist. Auf die Frage von CSU-Stadträtin Dagmar Schmidl, was konkret sich die Gründer von der Politik wünschen, betonte Waltraud Mühlbauer vom Start-up Waveor die Wohnraumsituation in Regensburg als einen wichtigen Standortfaktor: "Je weniger bezahlbaren Wohnraum es gibt, desto schwieriger fällt es uns, Mitarbeiter zu bekommen", so Mühlbauer. Als Start-up könne man nicht die gleichen Gehälter wie ein Konzern zahlen. Neben Waveor waren mit 8Select, AgriShare, Gramm und Polypic noch vier weitere Start-ups vertreten. Förderinstrumente für Gründungen aus der Hochschule wie EXIST wurden einhellig positiv bewertet, jedoch könnten diese für Gründungen aus der Festanstellung noch erweitert werden. Eine Art Stipendium für alle Gründer, ähnlich einem Bafög sei hilfreich, so die Jungunternehmer.

Auf die Frage, wie hoch generell die Erfolgsquote der Gründungen in Regensburg sei, erklärte Alexander Rupprecht, Geschäftsführer der TechBase: "Laut Statistik scheitern acht von zehn Gründungen. In unserem Netzwerk sind es keine fünf Prozent", so Rupprecht. Dies liege einerseits an der hohen Innovationskraft der Firmen, aber auch an dem breiten Unterstützungsangebot: "Mit Formaten wie dem Gründerwochenende 'StartUp Factory' oder dem Hackathon 'Hackaburg' bieten wir den Teilnehmern sehr früh die Chance, ihre Geschäftsidee abzuklopfen und weitere Team-Mitglieder zu finden, so Dr. Veronika Fetzer, Projektleiterin der Digitalen Gründerinitiative Oberpfalz.

Eines dieser Projekte ist AgriShare, einer digitalen Plattform für den Austausch von Landmaschinen, deren Initiator Matthias Coufal auf der Hackaburg neue Mitstreiter gefunden hat: "Jetzt sind wir zu viert und programmieren eifrig an einem eigenen Produkt, allerdings alles noch nebenberuflich". Alle Beteiligten an dem Abend waren sich einig, dass in Zeiten lukrativer Job-Angebote viel Idealismus, Enthusiasmus und Mut dazu gehöre, sein eigenes Unternehmen zu gründen. Und insofern sagten alle politischen Mandatsträger an dem Abend auch ihre persönliche Unterstützung für die Start-ups und die generellen Rahmenbedingungen zu. "Unsere E-Mail-Adressen haben Sie ja jetzt. Wir freuen uns auf Ihre weiteren Anregungen" erklärte abschließend der FDP-Abgeordnete im Bundestag, Ulrich Lechte, bevor es in einen lockeren Austausch aller Beteiligten ging.

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